Die tibetische Gesundheitslehre

Alles ist mit Allem verbunden

wesen und ursprung

Das Wesen der Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM) liegt darin, die Harmonie der Elemente - die Balance innerer Prinzipien im Zusammenspiel mit äußeren Einflüssen - zu bewahren, zu regulieren und wiederherzustellen.

 

Das buddhistisch geprägte und in seinen Ursprüngen über zweitausend Jahre alte Medizinsystem ist tief in einer ethischen und mitfühlenden Lebensweise verwurzelt und setzt ganzheitlich an: Körper und Geist werden als Einheit und der Mensch im Einklang mit seiner Umwelt betrachtet.  

die lehre der 5 Elemente

Die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum gelten als Bausteine allen Seins im Mikro- sowie Makrokosmos.

 

Bedingt durch Ernährung, Lebensweise oder äußere Einflüsse kann ein Ungleichgewicht dieser alles durchdringenden dynamischen Kräfte zu physischen und psychischen Krankheiten führen.  

die 3 Körperenergien

Die fünf Elemente manifestieren sich somit auch in drei Prinzipien (nyes-pa), die unsere körperlichen und geistigen Funktionen lebensunterstützend regulieren:

  • Lung - Element Wind - Bewegungsprinzip: Atmung, Nervensystem und geistige Funktionen
  • Tripa - Element Feuer - Hitzeprinzip: Stoffwechsel, Verdauung und Intelligenz
  • Beken - Elemente Erde und  Wasser - Kälteprinzip: Struktur, Stabilität und Flüssigkeitshaushalt des Körpers

Ein dynamisches Gleichgewicht der drei Körperenergien wird als Gesundheit definiert. Wenn diese sich in einem Zustand des Mangels, des Überschusses oder der Störung befinden, dann kann Krankheit entstehen. 

Verbindung von Körper und Geist

In Betrachtung des Menschen als untrennbare Einheit von Körper und Geist lehrt die TTM, dass Emotionen und mentale Zustände direkte Auswirkungen auf das Körpersystem haben. 

 

Sogenannte "Geistesgifte" wie Gier, Begierde, Anhaftung, Hass, Zorn, Neid und Verblendung stehen in Verbindung mit den Körperenergien und können so deren Gleichgewicht stören.

 

Die uns innewohnende Unwissenheit - die Illusion, ein separates Individuum zu sein - sei die Hauptursache allen Leidens.  

wege zur gesundheit

Spirituelle Praktiken zur Reinigung des Geistes,

Ernährung und Lebensstil an die Konstitution angepasst,

eine saubere, gesunde Umgebung und eine auf die Umweltbedingungen und Jahreszeiten abgestimmte Lebensweise gelten in der TTM als essenziell, um Wohlbefinden zu erhalten oder wiederzuerlangen.

 

Schließlich stehen uns auf Basis des alten tibetischen "Wissens vom Heilen" (Sowa Rigpa) die sogenannten  "äußeren Therapien" zur Verfügung. Sie stellen neben Ernährung, Lebensstil und Medizin (überwiegend Kräutermedizin) die vierte Säule der Behandlungsmethoden dar.  

Massage und sanfte anwendungen

Die in meiner Praxis angebotenen Massagen (Kunye) und sanften Anwendungen (Jamche) sind Teil der oben genannten "äußeren Therapien" und somit Wege, Körper und Geist in Einklang zu bringen und die dynamischen Kräfte (Elemente) zu harmonisieren.

 

In Österreich dürfen die Techniken im Rahmen des reglementierten Gewerbes der "in sich geschlossenen Massagesysteme" als sogenannte "Jamche-Kunye Praktik" zur Entspannung und Gesundheitsvorsorge ausgeübt werden.

 

Mögen diese dem Wohlergehen vieler Menschen dienen!

Medizin-Thangkas (Malkopien) aus dem "Blauen Beryll" - ein erstmals zu medizinischen Ausbildungszwecken illustriertes Lehrbuch des Desi Sangye Gyatso, 17. Jahrhundert 

Bildquelle: https://thangka.de/Gallery-3/Medical/index-de.php